Waldlabyrinth beim Kloster St. Benedikt

Das Leben ist ein beständiges Gehen im Labyrinth.

Ankommen und Aufbrechen.

Zur Mitte finden und sie wieder verlassen.

Sich wenden müssen und doch immer weiterkommen.

Das klassische Labyrinth ist ein Ursymbol der Menschheit. Man findet es auf 3000 Jahre alten kretischen Münzen, bei den Römern, bei den seefahrenden Völkern des Nordens, in Indien und sogar bei einigen Indianerstämmen in Nordamerika. Besonders häufig und vielfältig ist es jedoch in unserer eigenen mitteleuropäischen christlichen Kultur vertreten, in Handschriften und Kirchen, als Bodenmosaik oder Rasenlabyrinth. Das Labyrinth ist ein Rätsel. Es ist das All und die Welt, das Leben des Menschen und der Schoß der Mutter Erde, die Pilgerfahrt, der Tod und die Geburt, der Weg zu sich selbst und der Weg zu Gott. Das Labyrinth ist ein Ein-kehr-weg, in dem man sein Leben bedenken kann. Die Bögen und Wendungen sind wie ein Spiegel der eigenen Lebenswendungen. In der christlichen Form durchzieht das Kreuz alles, der Weg wird von ihm überall berührt und getragen. Wer nicht aufgibt, erreicht die Mitte. Dort angelangt, muss der Besucher seine Richtung ändern. Das Labyrinth ist ein Bild für die Grundhoffnung des Christentums: Jeder, der bereit ist, darf in seinem verschlungenen, verwirrenden Leben umkehren, neu anfangen und letztlich auferstehen.

 

Das Waldlabyrinth wurde in der Woche vor Christi Himmelfahrt im Mai 2004 an sechs Tagen errichtet. Es hat eine Weglänge von ca. 320 Metern. Es wurden 50 Tonnen Steine verarbeitet. Fünf freiwillige Helfer, drei Mönche und der Hausmeister arbeiteten unter der Leitung des Innsbrucker Labyrinthbauers Gernot Candolini. Dieser hat mehrere Bücher zum Thema verfasst, die im Klosterladen erhältlich sind. Das Labyrinth besteht aus sieben Umgängen, angelegt in konzentrischer Kreisform. Diese Art des Labyrinthes kommt dem Bedürfnis vieler Menschen entgegen, sich in der Mitte länger aufzuhalten, oder auch gemeinsam mit anderen in der Mitte zu verweilen. Die großen Steine wurden zu ca. 40 cm hohen Mauern geschichtet; die bestehenden Bäume wurden integriert. Neun verschiedene Menschen haben die Steine gelegt. Daher lassen sich manchmal Unterschiede in der Aufschichtung erkennen, so wie es auch immer wieder verschiedene Phasen in unserem Leben gibt, die wir durchschreiten. Wir laden Sie ein, das Waldlabyrinth im mediativen Gehen für Ihr Leben zu erschließen und Ihre wahre Mitte zu finden.


Wichtige Infos

Benediktstraße 19
49401 Damme
05491 9580

kloster(at)benediktiner-damme.de www.benediktiner-damme.de