Die Sage "Die Räuber vom Mordkuhlenberg"

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  • Wanderweg-zum-Mordkuhlenberg
  • Aussichtsturm-Mordkuhlenberg-mit-strahlendem-blauen-Himmel ©Bernd Stolle
  • Dammer-Dom-St-Viktor-mit-Brunnen ©fotonath.de

Die grausamen Räuber und ihr Leben in den Dammer Bergen

Die Räuber vom Mordkuhlenberg - die Sage in Kurzform nacherzählt

 

Es war einmal vor langer Zeit da trieben gemeine Räuber ihr Unwesen in den schönen Dammer Bergen. Die Sage können Sie auch am Ort des Geschehens, am Aussichtsturm Mordkuhlenberg nachlesen. Ein Buch mit der Sage und räuberischen Gedichten sowie eine Hörspiel-CD sind ebenfalls erhältlich.

 

Der Mordkuhlenberg

 

Mitten in den Dammer Bergen erhebt sich ein Berg, der Mordkuhlenberg, in dem sich früher eine Räuberhöhle befand. Hier hausten sechs Räuber namens Adlerauge, Gänsekiel, Eisenmann, Koch, Doofmann und der raubeinige Räuberhauptmann. Sie hatten über den Weg, der von Steinfeld nach Damme führt, dünne Fäden, an denen Silberglocken befestigt waren, gespannt und wenn die Hufe der Pferde vor den Kutschen die Fäden berührten, erklangen diese. Dann sprangen die Räuber aus ihrem Versteck und beraubten die Reisenden und Händler.

 

Das Fräulein Anna Maria Wieferich

 

Als Gipfel ihrer Untaten entführten sie ein junges Mädchen aus Steinfeld mit dem Namen Anna Maria Wieferich. Es musste viele Jahre den Räubern den Haushalt führen und jedes Jahr bekam sie vom Räuberhauptmann ein Kind. Die Räuber hängten das jeweils Neugeborene wie eine Puppe an eine Wäscheleine und grölten dazu:

 

Knipperdoehnken, Knipperdoehnken,

ei, watt danzt dat junge Soehnken.

Knipperdoehnken, Knipperdoehnken,

ei, watt danzt dat junge Soehnken.

 

Der Gottesdienst am Ostersonntag

 

Nach sieben Jahren und unzähligen Bitten durfte Anna Maria endlich den Gottesdienst am Ostersonntag in Damme besuchen. Sie schwor vorher den Räubern den christlichen und räuberischen Eid, gegenüber den Kirchenbesuchern zu schweigen und nichts von der Höhle zu verraten. Sie versprach es, doch insgeheim hatte sie eine raffinierte Idee entwickelt.

 

Das Klagelied

 

Nach Beendigung des Gottesdienstes stellte sie sich an die Mauer des Kirchturms und erzählte den Mauern, als seien sie die Menschen, ihre Leidensgeschichte. Sie flüsterte immer:

 

Kirchenmauer, dir klage ich,

ich heiße Anna Maria Wieferich.

ich streue Erbsen auf meinen Weg

bis dort, wo ich mich schlafen leg.

 

Dieses Flüstern wurde von den Mauern wie ein Echo zurückgeworfen und verbreitete sich schnell unter den Kirchenbesuchern.

 

Die Höhle der Räuber

 

Anna Maria ging wie versprochen zu den Räubern zurück. Unterwegs streute sie aber Erbsen aus, damit man ihrer Spur folgen könne. Die aufmerksam gewordenen Kirchgänger benachrichtigten den Pastor in Damme und dieser den Bischof in Osnabrück. Der Bischof schickte sofort Soldaten in die Dammer Berge, und der Feldhüter der die Spur der Erbsen gefunden hatte, ließ einen Soldaten als Händler verkleiden. Als die Hufe seines Pferdes in die feinen Bindfäden gerieten, erklangen in der Höhle die Silberglocken. Die Räuber sprangen auf und überfielen die Händler, doch die Soldaten stürzten aus dem Hinterhalt und nahmen sie kurzerhand fest.

 

Den Räubern wird der Prozess gemacht

 

Im Dammer Gericht wurde den Räubern der Prozess gemacht. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung wurden die Räuber gehenkt und baumelten wie Puppen im Winde am Galgen so, wie vorher die Räuber die neugeborenen Kinder an die Wäscheleine gehängt hatten.

 

Textgrundlage nach dem Theaterstück "Die Räuber vom Mordkuhlenberg" des Dammer  Regisseurs Bernd Kessens

 

 

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